Freitag, 13. Dezember 2013

Noch etwas mehr Istanbul

Am 05.12.2013 steht unsere Entscheidung fest. Wir bleiben noch ein paar Tage laenger in Istanbul und fahren innerhalb von wenigen Tagen quer durch Europa, um puenktlich zu Weihnachten wieder in Deutschland zu sein.

Strassenszene am Hafen.
Auf der Galatabruecke herrscht immer viel Verkehr. Um diese Zeit im Jahr
kommen noch die Angler hinzu, die, seit der sich verbessernden
Wasserqualitaet des Bosporus, wieder viele Sardellen fangen. 
In den Seitenstrassen geht es etwas ruhiger zu.
Trotz teilweise winterlichen Temperaturen spielt sich das Leben hier
noch auf der Strasse ab. 
Einige Gassen sind so eng, das es einem bei den
Menschenmengen  gar nicht kalt werden kann.
Mit Selin und Forest, die sich sehr bemuehen uns saemtliche Besonderheiten
der hiesigen Kueche zu zeigen, geht es quer durch die Stadt.
Jetzt wissen wir auch, worauf es bei Baklava und Lokum ankommt.
Typisch asiatisch und auf den lokalen Maerkten in Istanbul zu finden -
der Korbtraeger, der einem gerne die Einkaeufe nach Hause traegt.
Typisch tuerkisch ist die riesige Auswahl an Oliven. 
Nebenan gibt es Maronen und Kaese, eingenaeht in Ziegenfell.
Kein Tag ohne tuerkischen Kaffee.
Den hiesigen Gedaerme-Doener probieren wir allerdings nur einmal.
Fisch ist eher unser Ding und davon gibt es auch sehr viel.
In Istanbul trifft Altes auf Modernes.
Dabei fehlt nicht selten die Harmonie.
In einigen Ecken der Stadt muessen ganze Viertel der Investorenwelle
weichen und das, mit teilweise fadenscheinigen Argumenten.
Dabei bleiben die Unteren der  Gesellschaft auf der Strecke. Sie werden
einfach enteignet, umgesiedelt und wohnen dann in Hochhaussiedlungen
viele Kilometer vor der Stadt, anstatt in ihren alten Haeusern am Hafen.
Durch den autoritaeren Regierungstil Erdogans bleibt aber auch die
Mittelschicht nicht mehr verschont. In einigen Vierteln werden Hausbesitzer
zwangsenteignet und bekommen nur eine geringe Entschaedigung.
Das passiert unter dem Deckmantel der Erdbebensicherheit
- die internationalen Investoren freuen sich.
Der moderne Staat, gegruendet von Atatuerk, befindet sich im Rueckschritt unter Erdogan, was der Grund fuer die Demonstrationen im Sommer war. Bei den Wahlen im kommenden Jahr wird man sehen koennen, inwiefern die Muslime die Macht im Staat schon uebernommen haben und ob es noch eine Chance fuer die saekulaere Tuerkei gibt. 
Die Polizeipraesenz in der Stadt ist unangenehm, nur auf den Maerkten
merkt man nichts von der Unruhe.
Auch hier gibt es wieder Essen und nette Menschen!
Der Tuerke an sich ist sowieso ein ganz netter Mensch!
Die gute alte Stadtkantine, mit tradtionellen Essen fuer den kleinen
Geldbeutel, haben wir seit Russland nicht mehr gehabt.
Gute Zeiten in Istanbul!

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Auf Wiedersehen Asien und vielen Dank fuer ca. 48000 schoene Kilometer in 442 Tagen.

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