Donnerstag, 13. Juni 2013

Litang

Am 07.06.2013 fahren wir frueh morgens mit dem Taxi aus der Stadt. 

Am Abend hatten wir im Hostel erfahren, dass am naechsten Tag eine Himmelsbestattung - die tibetische Art eines Begraebnisses - stattfindet. Der Mangel an Holz fuer eine Feuerbestattung und die oft gefrorenen Boeden fuehrten zu dieser, im Buddhismus unueblichen, Form der Bestattung, bei der der preparierte Leichnahm Geiern zum Frass vorgeworfen wird.

Aus einer angemessenen Entfernung wird uns erlaubt der Zeremonie beizuwohnen.
Zuerst singen Moensche fuer den Toten, anschliessend wird der Leichnahm
zerteilt und den Geiern ueberlassen. Nach ca. 20 Minuten werden die Geier
vertrieben um die Knochen zu spalten. So soll der Koerper, der durch die
schon entwichene Seele nur noch ein Huelle darstellt, wieder in den
natuerlichen Kreislauf der Natur zurueck gefuehrt werden. 
Wir konnten beobachten, dass waehrend der Bestattung eine Art Gedenkstein
an einen bestimmten Platz oberhalb abgelegt wurde.
Um nach diesen Erlebnissen den Kopf etwas frei zu bekommen, haben wir
beschlossen zum nahe gelegenen Kloster zu wandern.
Auf dem Weg in Kloster werden wir von vielen Pilgern angelacht.
Ganz anders als in Xiahe sind die Menschen hier sehr
offen, freundlich und weniger zurueckhaltend.
Der Pilgerweg fuehrt im Uhrzeigersinn um das Kloster. Durch die Hoehe von
4000 Metern muessen auch wir Pausen einlegen, um tief durchzuatmen.
Die Damen sind auf ihre alten Tage noch sehr gut zu Fuss.
Fuer Unterhaltung sorgen unsere Sonnencreme-Stopps.


Nach einer Umrundung begeben wir uns in Kloster,...
...welches gerade einen neuen Vorplatz erhalten hat.
Am Rande werden wir Zeuge einer Auktion...
...und vermuten, dass es sich um die Versteigerung der Hinterlassenschaften des Verstorbenen der Himmelsbestattung handelt. Anhand der Gegenstaende liegt die Vermutung nahe, dass es sich um einen Moensch handelte.
Anders als in unserer Kultur, ist die Stimmung hier sehr heiter und gelassen.
Zu der anschliessenden Zeremonie im Kloster,...
...bei der sogar der Lama anwesend ist, werden wir eingeladen.
Nach diesen intensiven Eindruecken folgen wir den Yaks auf den Berg.
Hinter dem Kloster steigen wir den Berg hinauf und treffen auf fleissige Pilzsammler.
Gesucht wir der chinesische Raupenpilz, der einen Marktwert
von bis zu 15 Euro pro Stueck hat.
Wir haben Glueck und sind dabei, wie ein Pilz gefunden und gestochen wird.
Am Tag kann man zwischen 5-15 dieser seltenen
und schwer zu findenden Pilze erbeuten.
Uns zieht es eher auf die Bergspizte, von der wir vermutlich die schneebedeckten Auslaeufter des Himalayas erspaehen.
Zurueck in der Stadt, sind die Strassen gepflastert mit Pilzhaendler.
Anonsten gleicht diese kleine Stadt eher einer grossen, grauen Baustellen.
Die Menschen hingegen sind besonders bunt...
...und fallen durch ihre besondere Freundlichkeit auf.
Wir werden noch mehr als sonst angelacht und jeder will fuer ein Foto possieren
oder mit uns aufgenommen werden.
Der Abend steht im Zeichen des Yaks:
Yak-Nudeln, Yak-Maultaschen, Yak-Suppe, Yak-Reis und Yakbuttertee.
Dank Kim, Rune und Callum gibt es eine froehliche Probierrunde.
Der naechste Tag startet mit Wan Tan Suppe zum Fruehstuck.
Im Fernsehen berichtet "die chinesische ARD" ueber die Flut in Deutschland.
Wandern durch Yak Herden.


Treffen auf lustige Tibeter.

Zum Abschluss in Litang goennen wir uns ein Bad in heissen Quellen.

1 Kommentar:

  1. Ihr seid die reichsten Menschen, die ich zur Zeit kenne. Aber wie wollt ihr jemals wieder zurück in ein "normales" Leben kommen?
    Tina

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