Montag, 18. November 2013

Yazd

Am 06.11.2013 kommen wir in Yazd an.

Typisches Bild in einer iranischen Grossstadt - viele Menschen,
viele Frauen in Schwarz und Maenner stehen von Frauen immer getrennt.
Auf der Busfahrt sind wir mal wieder Opfer iranischer Gastfreundlichkeit
geworden - diese fuenf Granataepfel wurden uns geschenkt.
Wir sind in ein Hotel vermittelt worden, aus dem wir so schnell nicht mehr ausziehen moechten. Fruehstueck gibt es natuerlich in der Sonne auf der zweiten Etage mit Blick in den Innenhof.
Yazd zaehlt mit seiner 3000 jaehrigen Geschichte zu den aeltesten Staedten Irans.
Die Stadt wird auch Stadt der Windtuerme genannt. Hier
gibt es noch die altertuemlichen Kuehlschraenke, fuer die
Wasser ueber ein Qanat in ein Kellergewoelbe geleitet wird,
das mittels sechs Badgirs gekuehlt wird. Somit hat man
kuehles Wasser den ganzen heissen Sommer lang.

Badgire findet man ueberall in der Stadt - aber auch die moderne Version.
Es gibt natuerlich wieder unzaehlige Moscheen und Tempel.

Aber auch unzaehlige, enge, verwinkelte Gassen.
Uns faellt immer wieder auf, wie unterschiedlich Mann und Frau hier
behandelt werden. Beim Brotkauf muessen die Frauen vor dem Laden stehen.
Neben Touribedarf gibt es gluecklischerweise noch "normale" Laeden.
Darfs was Curry sein? Dieser eignet sich angeblich fuer Fisch und Gemuese!
Oder doch lieber etwas Zucker? Suessigkeiten gibt es hier wie Sand am Meer.
Angeblich haben 60% aller Bewohner von Yazd Diabetes, was einen bei dem
unglaublichen Zuckerkonsum, dem man kaum entgehen kann, nicht wundert.
Im Gegensatz zu Deutschland ist es hier noch schoen
warm - ueber Tag! Sobald die Sonne gegen 16 Uhr
untergeht fallen die Temperaturen rapide.
Im Hotel wird dann fix die Gaslampe und der Gasofen angemacht.
Tags darauf bemerken wir eine Veraenderung in der Stadt
Laut der Auslegung der Schiiten ist Imam Hussein als Maertyrer
gestorbene. Um seines Maertyrertodes zu gedenken, gibt es jedes Jahr ein
zehntaegiges Trauerfest mit vielen Traditionen, wie die des Trauerumzuges.
Eine weiter Tradition ist es,jeden Abend...
... kostenlose Speissen und Getraenke an Moscheen
auszugegeben. Urspruenglich war dies fuer
Beduerftige gedacht. Heutzutage freut sich
aber jeder ueber kostenloses Essen - auch wir.
Fuer die Trauernden werden in der Stadt spezielle "Zeltstaedte" gebaut.
Frauen trauern natuerlich getrennt von Maennern.
Der erste Tag von zehn Tage geht zu Ende - die Menschenmassen die wir
sehen sind beeindruckend - alle in Schwarz gekleidet.
Bisher wissen wir noch nicht so recht, was wir mit unseren Eindruecken
anfangen sollen. Mal sehen was die kommenden Tage bringen.






Damit wir nicht als Maertyrer im Verkehr sterben, muessen wir des oefteren
die Beine in die Hand nehmen. Der iranische Fahrstil ist bescheiden.
Shiraz oder Esfahan, Visaverlaengerung oder zurueck ins kalte Europa - schwere Entscheidungen stehen an. 

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