Am 07.04.2013 wollten wir am Grenzuebergang Cham Yeam nach Kambodscha einreisen. Im Vorfeld wurde uns schon gesagt, dass es dort zugeht, wie in einem schlechten Film...
Das Chaos begann, als wir am Rande eines Dorfes aus unserem Bus geschmissen wurden. Der Busfahrer meinte nur, wir sollen unsere Stempel holen und auf der kambodschanischen Seite in einen Bus einsteigen. Dann mussten wir erstmal die Grenze finden...
Gesucht und gefunden hatten wir die Grenze dann auch. Dort gab es aber auch noch einen Haufen "Servicekraefte" die uns anboten, unser Visa ohne Wartezeit zu besorgen, unsere Rucksaecke zu tragen und uns darauf hinwiesen, dass wir ohne Fiebermessung kein Visa bekommen wuerden. Alles Quatsch, aber ein guter Weg fuer die Kambodschaner Geld zu verdienen.
Am Visa "Fenster" angekommen erklaerte uns eine Deutsche, sie haette ihr Visa auf 25 Dollar runterhandeln koennen. Eigentlich wollten wir nur die offiziell verlangten 20 Dollar zahlen! Der kambodschanische Beamte verlangte dann 40 US Dollar pro Visa. Die meisten Touris aus unserem Bus zahlten den Betrag und verschwanden - ein paar Thais sind durch eine Tuer ins Buero und wieder raus. Also sind wir dort hinterher und wurden auch im Buero aufgefordert 40 Dollar zu zahlen. Thais hatten nur 30 Dollar zu zahlen, die uns ein Beamter nach einer halben Stunde auch als "angemessenen Preis" anbot - wir wollten trotzdem nicht so viel Schmiergeld fuer nix zahlen! Nach einer Stunde warten und diversen Auseinandersetzungen hatten wir dann zwei Visa fuer 46 US Dollar.
Leider war der Spass damit noch nicht ganz rum, da wir unseren Anschlussbus nicht finden konnten. Nach viel hin und her hatten wir rausgefunden, dass das Busunternehmen die dortigen Motorrad-,TukTuk- und Taxifahrer bezahlt, um die Buspassagiere von der Grenze in den 8 km entfernten Ort zu bringen. Es waren keine anderen Touristen mehr zu sehen und alle Fahrer meinten wir waeren zu spaet fuer die Abfahrt. Um den Bus ueberhaupt noch zu erreichen muessten wir uns beeilen und ihnen 3 Dollar zahlen, da es 15 km bis zum Ort waeren. Auch das ist nur eine Methode, um etwas zusaetzliches Geld zu verdienen! Zum Glueck hatten wir noch genuegend Guthaben auf unserer thailaendischen Pre-Paid Handykarte um das Busunternehmen in Thailand anzurufen und die Sache zu klaeren. Wenige Sekunden spaeter, wurde durch Zufall genau der Taxifahrer angerufen, der genau neben uns stand und wir konnten ohne 3 Dollar extra zu zahlen in die Stadt gefahren werden.
Am Bus angekommen durften wir noch eine halbe Stunde auf die Abfahrt warten. Somit war dann auch klar, dass der Versuch uns glauben zu lassen, wir wuerden unseren Bus nicht mehr erreichen, eine Masche war, um Leute dazu zu bringen schnell ein teures Taxi zu zahlen.
Einen Buswechsel spaeter wurde uns von anderen Mitreisenden erklaert, um Polizisten in Kambodscha einen weiten Bogen zu machen und ihnen nie ins Gesicht zu schauen, da hier Korruption Mittel zu Zweck ist. Scheinbar muss ein kambodschanischer Polizist das Benzin fuer sein Dienstfahrzeug aus privater Tasche zahlen, was Geldbeschaffungsmassnahmen zur Folge hat. Demnach kann einem gerne mal etwas fadenscheiniges Unterstellt werden, fuer das man einen Betrag von einigen Dollar zu zahlen hat. Dieses Geld wird wohl dazu genutzt, die naechste Tankfuellung zu zahlen.
Einen geplatzten Reifen und 12 Stunden spaeter sind wir in Sihanoukville angekommen. Auch wenn GoogleMaps meint, man braeuchte nur 6 Stunden und 20 Minuten fuer die 400 Kilometer, waren wir froh ins Bett zu fallen und ein Angkor Bier zu trinken.
Boah! Chaotisch ist eine harmlose Beschreibung für diese Zustände!
AntwortenLöschenAber ihr habt euch gut geschlagen! :-)
LG, Lila